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Studie: Energiewende braucht Anreizsystem für Kraftwerksneubau (20.01.2012)

Der Umstieg hin zu Erneuerbaren Energien hängt wesentlich davon ab, dass für eine Übergangszeit moderne fossile (Gas-)Kraftwerke gebaut werden, die die Grundversorgung sichern. Welcher Energieversorger wird aber in ein neues Kraftwerk investieren, wenn es mit Ausbau der Erneuerbaren immer weniger am Netz ist und damit dessen Rentabilität nicht gesichert ist? Baden-Württembergs Umweltminister Untersteller fordert die Bundesregierung auf, über die Einführung sogenannter Kapazitätsmärkte nachzudenken.

Stuttgart - Der Umbau der Energiewirtschaft von der Atomkraft auf erneuerbare Quellen wie Wind, Sonne, Wasser und Biomasse stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Damit die Wende gelingt und auch nach Abschaltung des letzten Atommeilers im Jahr 2022 die Versorgungssicherheit lückenlos gewährleistet bleibt, ist nach Auffassung des baden-württembergischen Umweltministeriums die Schaffung eines so genannten Kapazitätsmarktes Strom erforderlich.

Wie ein solcher Markt aussehen könnte hat die LBD-Beratungsgesellschaft (Berlin) in einem Gutachten für das Umweltministerium beschrieben. Dieses Gutachten ist ab sofort auf der homepage des Ministeriums einzusehen unter:
www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/90208/

„Die Versorgung mit Strom jederzeit und überall im Land zu gewährleisten, ist nicht nur unser Ziel, sondern eine schlichte Notwendigkeit“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller. „Deshalb brauchen wir einen Strommarkt, der in der Lage ist, mögliche Kapazitätsengpässe auszugleichen. Das heutige Marktdesign sei langfristig dafür nicht geeignet.“

Ein besonderes Problem des Marktes bestehe darin, dass er keine Anreize biete, in den Bau fossiler Kraftwerke, sprich hoch effiziente Gaskraftwerke, zu investieren. Die erzielbaren Strompreise deckten derzeit weder den Betrieb vorhandener fossiler Kraftwerke noch rechtfertigten sie aus ökonomischer Sicht hohe Investitionen.
„Wir benötigen aber auf Jahre hinaus fossile Energieträger, um wegfallende Atomstrom-Kapazitäten und schwankende Einspeisung von Strom aus Wind und Sonne zu kompensieren“, betonte Untersteller. „Also brauchen wir Anreize für den Betrieb und den Bau von Gaskraftwerken, daran führt kein Weg vorbei!“

Unmittelbar bestünden keine Probleme mit der Versorgungssicherheit, betonte Untersteller. Aber es gelte, frühzeitig für die Zeit nach 2015 die Weichen zu stellen. Franz Untersteller: „Ich setze mich dafür ein, Betreibern ein Entgelt zu zahlen für die Bereitstellung von Erzeugungskapazitäten. Ich glaube, daran kommen wir nicht vorbei. Diese Idee umzusetzen, ist allerdings Aufgabe der Bundesregierung.“

Laut Gutachter Ben Schlemmermeier von der Beratungsgesellschaft LBD würden die Entgelte zwar zu höheren Strompreisen führen. Mit geschätzt einem Euro monatlich für einen Durchschnittshaushalt liege die Erhöhung aber in einem vertretbaren Rahmen.


Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg / zü



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