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Brandenburg könnte 270 Prozent des eigenen Strombedarfs mit Erneuerbaren decken (24.01.2012)

Potsdam - Von einem Ausstieg aus klimaschädlicher Braunkohle mit gleichzeitigem verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien würde Brandenburg enorm profitieren. Dies ist das Ergebnis der Studie "Wertschöpfung und Beschäftigung durch Erneuerbare Energien in Brandenburg", die das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag von Greenpeace erstellt hat.

Die Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien könnte sich im Jahr 2030 auf 1,25 Milliarden Euro verdoppeln. Allerdings nur bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Braunkohle, so die Studie. Dies hätte auch den Effekt, dass durch die Stilllegung der Braunkohlekraftwerke rund 60 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingespart werden könnten.

Bild: Pixelio/Manfred SchimmelLand und Kommunen profitieren von erhöhter Wertschöpfung

Laut IÖW-Studie könnte die Beschäftigung im Bereich Erneuerbare Energien von heute 11.500 Arbeitsplätzen auf 19.200 Beschäftigte im Jahr 2030 ansteigen. Zum Vergleich: Die Landesregierung geht in ihrem Entwurf der Energiestrategie 2030 von weniger als 6000 Beschäftigten bei der Braunkohle aus. Die Kommunen im Land könnten von verdoppelten Steuereinnahmen, Einkommen und Unternehmensgewinnen profitieren. Allein die Steuereinnahmen könnten im Jahr 2030 auf 190 Millionen Euro anwachsen. Aus der Braunkohle erwartet die Regierung lediglich 25 Millionen Euro Einnahmen.

Das IÖW geht davon aus, dass sich die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ohne Braunkohle bis zum Jahr 2030 mehr als verdreifacht. Damit könnte Brandenburg seinen Strombedarf zu 270 Prozent decken. Auch bei vollständiger Eigenversorgung könnte das Land erhebliche Strommengen exportieren. "Unsere Berechnungen zeigen, dass es für Brandenburg sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist, den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit voller Kraft zu forcieren", sagt Dr. Julika Weiß vom IÖW.

Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters ist angesichts der Energiepolitik Brandenburgs eher pessimistisch gestimmt: "Ministerpräsident Platzeck verhindert wirtschaftlichen Aufschwung und Klimaschutz in Brandenburg, wenn er am Klimakiller Braunkohle festhält", sagt Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters. "Nur mit einem Ausstieg aus der Braunkohle können sich die Erneuerbaren Energien voll entfalten. Dies brächte neue Arbeitsplätze und höhere Einnahmen nach Brandenburg."

In ihrem aktuellen Entwurf der Energiestrategie 2030 setzt Brandenburgs Landesregierung  weiter auf Braunkohle. Sie verfehlt dadurch die im Jahr 2008 von der damaligen Regierung festgelegten Klimaziele.

Greenpeace fordert Platzeck auf, die Chancen der Energiewende ohne Braunkohle zu nutzen und in der Energiestrategie für Brandenburg umzusetzen. Die Landesregierung müsse den geplanten Kraftwerksneubau am Standort Jänschwalde verhindern, lautet die Forderung von Greenpeace. Die laufenden Planverfahren für neue Braunkohle-Tagebaue in Welzow-Süd und Jänschwalde-Nord müssen eingestellt werden. Brandenburg muss bis zum Jahr 2030 aus der Braunkohle aussteigen.




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