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Test: Ökostromtarife bezahlbar und machen Sinn (26.01.2012)

Ökostrom ist nicht so teuer wie offensichtlich immer noch viele Kunden vermuten. Wer aber Ökostrom bezieht und meint, damit automatisch Investitionen in regenerative Energien zu fördern, wird sich ebenfalls eines Besseren belehren lassen müssen. Die gute Nachricht: Wer nur einige wenige Kriterien berücksichtigt, kann zu einem günstigen Preis ökologisch sinnvoll handeln. Die Stiftung Warentest hat dazu 19 Ökostromtarife genauer analysiert.

Der Ausstieg aus der Atomenergie und die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien wird in Deutschland von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung getragen. Doch kommt das auch der Nachfrage nach Ökostrom zu Gute? Ganz klar Nein ist die überraschende Antwort. Es gibt nach wie vor viel mehr Ökostrom als Ökostrom-Kunden.

Bild: KlimAktiv/ZügelDas liegt vielleicht auch daran, dass Ökostrom als teuer gilt. Bei einem Test von 19 Ökostromtarifen hat die Stiftung Warentest jedoch ermittelt, dass Ökostrom häufig sogar günstiger ist als Normalstrom. Gerade Kunden, die ihrem Stromversorger seit langer Zeit treu sind, stecken oft in einem sehr teuren Tarif, egal, wie hoch der Atom- und Kohlestromanteil des Versorgers ist.

Doch nur zwei von drei Angeboten haben auch einen Nutzen für die Umwelt. Der entsteht erst, wenn der Ökostromtarif konventionellen Strom vom Markt verdrängt, der Anbieter also den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringt. Doch dazu sind Ökostromanbieter keineswegs automatisch verpflichtet.

Wer einen Ökostromtarif wählt, der möchte seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten und die Energiewende vorantreiben. Doch nur 13 der 19 Ökostromtarife sorgen dafür, dass die Anbieter z. B. in neue Wind- oder Wasserkraftanlagen investieren.

“Sehr stark“ ökologisch engagiert und zusätzlich mit „guten“ Vertragsbedingungen sind die Tarife der unabhängigen Ökostromanbieter EWS Schönau (Tarif Sonnencent 0,5), Lichtblick (Lichtblick-Strom) und Naturstrom (naturstrom). Greenpeace Energy (Privatkundentarif) ist ebenfalls „stark engagiert“, die Tarifbedingungen sind „befriedigend“. Nur bei diesen vier unabhängigen Ökostromanbietern geht das Geld nicht an ein Unternehmen, das auch Atom- und Kohlestrom verkauft.

Dennoch gibt es auch bei konventionellen Energieversorgern Tarife, die ein „sehr starkes“ oder „starkes“ ökologisches Engagement des Anbieters erkennen lassen, sieben engagieren sich hingegen nur „schwach“.

Wer noch nie seinen Stromtarif gewechselt hat, steckt in der Grundversorgung, dem meist teuersten Tarif. Im Januar 2012 zahlt eine Familie mit 4.000 Kilowattstunden Verbrauch im Grundversorgungstarif des örtlichen Stromanbieters im Schnitt 1.046 Euro. Für einen Ökotarif mit Gütesiegel wären dagegen nur 1.010 Euro fällig.




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