Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Carbon Footprint
Seite empfehlen

Klimaschutz endet nicht an der Rampe: Händler wollen CO2 entlang der Lieferkette reduzieren (26.01.2012)

Logo CPI2Auf mehrere Millionen Tonnen CO2 jährlich schätzt die neu gegründete Klimaschutzinitiative „Carbon Performance Improvement Initiative“ (CPI2) das Einsparpotential entlang der Lieferkette. Die acht deutschen Handelsunternehmen wollen ihren Produzenten in Schwellen- und Entwicklungsländern dabei helfen, ihren Energieverbrauch bei der Herstellung der Waren zu reduzieren.

Acht große deutsche Handels- und Markenunternehmen (HSE24, KiK, Otto Group, QVC, Reno, s.Oliver, Tchibo und Tom Tailor) haben unter dem Schirm des Außenhandelsverbandes AVE eine Klimaschutzinitiative gestartet. Ziel ist es, in der weltweiten Lieferkette von Importprodukten jährlich mehrere Millionen Tonnen CO2 einzusparen.

Auf einer Pressekonferenz wurde die Initiative am 25.01.2012 in Düsseldorf vorgestellt. Die Mitgliedsunternehmen repräsentieren zusammen einen Umsatz von rund 20 Mrd. Euro.

„Wir sehen uns als Unternehmen und Unternehmer in der ganz persönlichen Verpflichtung zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt auch für die kommenden Generationen“, betonte Matthias Händle, AVE-Präsident und Vorsitzender des CPI2-Steering Committee heute vor Journalisten in Düsseldorf. „Angesichts der langsamen Fortschritte in der internationalen Klimapolitik ist für uns die entscheidende Frage: Welchen Beitrag können wir als Unternehmen schon jetzt leisten, um möglichst schnell bedeutende Mengen an CO2 einzusparen?“

Zu diesem Zweck hat die Initiative ein Managementinstrument für Produzenten vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern entwickelt. Mit einem einfach zu handhabenden Online-Tool gibt die Initiative den Lieferanten ein Instrument an die Hand, mit dem sie selbständig ihren Energieverbrauch in allen Unternehmensbereichen evaluieren können. Auf dieser Basis erhalten die Lieferanten ein Gold-, Silber- oder Bronze-Rating, sowie konkrete Handlungsempfehlungen zum Energiesparen. Diese reichen von einfachen, schnell und preiswert umsetzbaren Maßnahmen bis hin zu komplexeren, mittel- und langfristigen Prozessen. Einfache Maßnahmen können die Lieferanten selbst umsetzen. Bei längerfristigen Maßnahmen bietet die CPI2 Unterstützung durch Know-how und fachliche Begleitung an. Neben der konkreten Einsparung von CO2 ist gerade auch der Transfer von Energiespar-Know-how ein wichtiger Aspekt.

Das Management-Tool wird seit Herbst 2011 in einer Pilotphase bei 15 Lieferanten in China und Bangladesch getestet und hat bereits erste Erfolge erzielt. So wurde z.B. in einer Textilfabrik in China ein veralteter Boiler zur Dampferzeugung für Bügelstationen durch eine moderne Version ersetzt. Allein durch diese einfache Maßnahme wird der Betrieb jährlich 15 Tonnen CO2 einsparen. Ab Mitte des Jahres ist die breite Implementierung bei den Lieferanten der Gründungsmitglieder geplant. „Wir wollen außerdem in den kommenden Monaten kräftig Werbung machen und für die Initiative weitere namhafte Mitglieder im In- und Ausland gewinnen“, betonte Händle. „Schon wenn sich nur ein kleiner Teil der deutschen und europäischen Importunternehmen uns anschließt und seine Lieferanten einbringt, können wir ohne Weiteres CO2 Einsparungen in der Größenordnung von mehreren Millionen Tonnen realisieren.“

Bis zu 30 Prozent der CO2-Emissionen im Lebenszyklus von Konsumgütern des Handels werden nicht hier sondern bei deren Herstellung freigesetzt, z.B. in China, Indien, Bangladesch oder der Türkei. Gleichzeitig liegen gerade in den Schwellen- und Entwicklungsländern noch enorme Spielräume, um klimaschädliche CO2-Emissionen zu verringern. Ursache sind häufig schlicht fehlendes Problembewusstsein und Know-how zum Thema Energieeffizienz in den Produktionsunternehmen. „Während wir in westlichen Industrieländern oft mit viel Mühe versuchen, das letzte Quentchen Energieeffizienz herauszukitzeln, können dort meistens schon mit geringem Aufwand und Investitionen enorme Einsparungen erzielt werden“, so Händle. „Diese Potenziale wollen wir hebenund einen Bewusstseinswandel zu mehr Klimaschutz anregen.“

Die „Carbon Performance Improvement Initiative“ (CPI2) wird vom Umweltbundesamt (UBA), der DEG Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft und dem Bundesumweltministerium (BMU) unterstützt.


Quelle: Carbon Performance Improvement Initiative / zü



Ihr Partner für den CO2-Fußabdruck:

Ihr Partner für den CO2 Fußabdruck: klimAktiv


23.02.2012

Schweizer Briefpost wird klimaneutral

Europa und Kanada im Clinch um den Teersand

EEX führt dritte niederländische Primärmarktauktion durch

Eine halbe Milliarde für Klima-Innovation - EU-Kommissarinnen im Climate-KIC

22.02.2012

Knapp 30 Staaten machen Front gegen EU-Klimaabgabe für Airlines

Röttgen und Rösler einig bei Solarförderkürzung

Verband: Zusagen bei Elektromobilität einlösen - niedrige Emissionshandelspreise problematisch

Bundesverwaltungsgericht rechnet mit Klagen wegen Energiewende

Höhere Strompreise wegen Netzentgelten - nicht wegen Erneuerbarer Energien

Umfrage: Stadtwerke setzen auf erneuerbare Energien

21.02.2012

Apple plant Riesen-Solarfarm für Rechenzentrum

Shrimps haben gigantischen CO2-Fußabdruck

Gespräch: Der nachhaltigere Anbieter sollte den Auftrag kriegen

20.02.2012

Probleme im deutschen Stromnetz ohne Auswirkungen auf Österreich

Experte: Warmer Januar lässt Arktis-Eis schrumpfen

Studie: Wachsende Probleme mit Elektronikschrott in Afrika

Weltweite Permafrostzonen auf Google Earth

CO2-Vermeidung durch Erneuerbare Energien

Alternativen zu Benzin und Diesel setzen sich nicht durch

18.02.2012

Gegenmaßnahmen gegen EU-Luftfahrtabgabe drohen

UNEP-Studie: Afrikas Kleinbauern spielen im Kampf gegen Dürrekatastrophen große Rolle

17.02.2012

Studie: Potentiale für Ökostrom in Deutschland

22.03.12: Energie-Kongress - Transformation des Stromsystems

Europa-Parlament gibt Kommission freie Hand bei Emissionshandel

'Road Map' für Klimaschutz in NRW- Start des Dialogprozesses

Streit um Ausbau der Windkraft auf dem Meer - Ziele zu hoch gesteckt?

Siemens baut Geschäft mit Meeresenergie aus

Deutscher Nachhaltigkeitspreis erstmals auch für Städte und Gemeinden

16.02.2012

Dem Stromnetz drohte im Februar der Zusammenbruch - Gefährdung durch Händler?

Studie: Bis zu acht Prozent mehr Beschäftigte durch Effizienzmaßnahmen

Forscher: Klimaerwärmung und Wasserknappheit sind am Mittelmeer bereits Fakt

Wattner verkauft Strom außerhalb des EEG

Das dicke finanzielle Ende der Atomenergienutzung